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Kinder in Syrien: Leben im Kriegsalltag

16. Juli 2013
Syrisches Mädchen in Notunterkunft

Für viele Kinder ist das Leben im Bürgerkrieg Alltag. Auch wenn sie sich scheinbar an die Umstände gewöhnt haben, hinterlassen die Erlebnisse Spuren.

Anfang Juli hat einer unserer Mitarbeiter das SOS-Nothilfeprogramm in Damaskus besucht. Ihn hat besonders erschüttert, wie Kinder sich bereits an den Lärm explodierender Raketen gewöhnt haben. Nachfolgend ein Auszug seines Berichts. Den ganzen Artikel können Sie auf der Website der SOS-Kinderdörfer weltweit lesen.

Das Geräusch einer explodierenden Rakete zerreißt die Ruhe. Sie ist irgendwo im Umkreis niedergegangen. Aber das kleine Mädchen mit der Puppe lächelt nur versonnen den Fremden an, der gerade den Hofraum einer Moschee mitten in Damaskus betritt. Ein Europäer ist eine willkommene Abwechslung für sie. Die Moschee ist voller Flüchtlinge – Männer, Frauen und Kinder, die durch den blutigen Bürgerkrieg ihr Haus, ihr Heim, ihre Lebensgrundlage verloren haben. Seit gut zwei Jahren bieten die Räume, in denen normalerweise der Koran gelehrt wird, Zuflucht für Familien. Matratzen bedecken den gesamten Boden. Männer und Jungen schlafen in einem Raum, Frauen, Mädchen und Babys in einem anderen. In dieser Situation wenigstens ein wenig Würde aufrechtzuerhalten ist wichtig. Ohne Ausnahme hält jeder Einzelne seinen winzigen Platz akkurat sauber.

500 Mahlzeiten täglich für die Flüchtlinge

In einer kleinen Küche bereiten Freiwillige rund 500 Mahlzeiten täglich zu. Die Freiwilligen kochen nicht nur für die Familien, die teils seit Monaten in der Moschee wohnen, sondern auch für die zunehmende Zahl von Menschen, die auf der verzweifelten Suche nach Essen in das Viertel kommen. Grundnahrungsmittel oder Säuglingsmilch sind für viele unerschwinglich.

Eine weitere Rakete explodiert in der Umgebung. Ein zehnjähriges Mädchen weint. Nicht wegen der Rakete, sondern wegen ihrer Schulnoten. Byan hat gerade die Ergebnisse der Abschlussprüfung der vierten Klasse erhalten: Sie ist durchgefallen. Wie alle Syrer wissen Byans Eltern um die Notwendigkeit einer guten Schulbildung. Aber trotz ihrer Anstrengungen konnte die Tochter dieses Schuljahr wegen des Kriegs nur einen Monat zur Schule gehen. Die Mutter hofft, dass Byan und ihre zwei Geschwister im neuen Schuljahr ab September aufholen können, was sie versäumt haben. Aber immer mehr Schulen werden in Zufluchtsorte für Flüchtlinge umgewandelt. Rund zwei Millionen Menschen sind derzeit allein innerhalb Syriens auf der Flucht.

Helfen Sie jetzt und unterstützen Sie die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Syrien!

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