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„Wir kümmern uns sehr um unser Dorf“

22. Januar 2009

Jedes Kind beschreibt seine Erfahrungen im SOS-Kinderdorf auf seine eigene Art und Weise. Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Tres Ríos in Costa Rica haben mit zwei Mitarbeitern, die zu Besuch waren, einen Rundgang durch ihr Dorf gemacht und ihnen erzählt, was sie dort gerne machen.

tpa_picture_35049Mit dem achtjährigen Alberto und drei seiner besten Freunde an der Hand hatten wir die Gelegenheit, das SOS-Kinderdorf Tres Ríos kennenzulernen. Die Kinder führten uns durch das Dorf und zeigten erstaunlich viel Selbstbewusstsein und waren mit Begeisterung bei der Sache. Unser Rundgang startete und endete bei Albertos Zuhause. Es war eine richtige Herausforderung für uns, bei der wir mehr als 100 Stufen auf und ab zu bewältigen hatten.

Der Stolz, der Alberto und seine Freunde überkam, wenn von ihrem Dorf die Rede war, war deutlich spürbar. Oscar brachte es auf den Punkt: „Wir kümmern uns sehr um unser Dorf, deshalb werfen wir auch keinen Müll auf die Straße.“ Lucia sagte: „Kommen Sie hier entlang [sie deutet auf einen Weg hin,] damit Sie nicht stürzen … – Hier ist es so schön, machen Sie ein Foto!“

Die offene Art der Kinder fiel uns auf. Es war nicht von Bedeutung zu wissen, wer wir waren oder woher wir kamen. Für sie war es wichtig, uns jeden Winkel des Dorfes zu zeigen, auch das Haus für pensionierte Mütter, auf das uns einer der Jugendlichen hinwies.

Die Kinder führten uns an den östlichen Rand des Dorfes, wo einige Kühe eines nahegelegenen Bauernhofs weideten. „Wir geben ihnen immer was zu fressen“, erzählten sie uns ganz stolz.

Der 15jährige Pedro erzählt uns, dass seine leiblichen Brüder das Dorf vor wenigen Monaten verlassen haben, dass er aber andere „liebe Geschwister“ hat, mit denen er sich prima versteht. „Ich spiele gerne Fußball und freue mich über alles, was ich im Dorf habe“, sagt Pedro mit einem Lächeln.

Die 13 Familienhäuser des Dorfes sind schön und gemütlich. Die aufgeschlossenen Menschen, die dort wohnen empfingen uns offenherzig und gaben uns sogar Einblick in ihr Privatleben. Einer der kleinsten Jungs erklärte, dass es im Dorf einen Platz gibt, wo die großen Jungs Fußball spielen, aber auch einen für die „kleinen Jungs wie ich.“

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Für Alberto und seine Freunde unterscheidet sich jede SOS-Kinderdorf-Mutter von den anderen. Manuel gibt uns ein Beispiel: „Das Haus von Mama Rosa ist das sauberste im ganzen Dorf“; „Dieser Mama [sie bezieht sich auf Mama Xiomara] ist es am liebsten, wenn wir draußen mit ihren Kindern spielen,“ erzählt Lucia. Oscar fügt hinzu: „Diese Mama [er meint Lorraine] ist verärgert, wenn wir ihre Pflanzen abreißen“. Aber für jedes Kind ist seine Mama die beste Mama der Welt.

Es war wunderschön zu sehen, wie gerne die Kinder in ihrem Dorf sind und welch große Freude sie mit so kleinen Dingen wie Seifenblasen oder Versteckenspielen zwischen den Sträuchern haben. Ihre Spielweise und ihr Umgang miteinander, haben uns überzeugt, dass dies die beste Art ist, die Welt zu sehen. Hoffentlich gelingt es auch uns manchmal das Leben so zu sehen, wie es die Kinder vom SOS-Kinderdorf Tres Ríos tun.

(Namen der Kinder geändert)
von Raquel Gamboa, SOS-Mitarbeiter aus Annia Ávila, Sozialarbeiterin im SOS-Kinderdorf Moín

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